Vereinschronik

Über 400 Jahre reicht die Tradition der Blasmusik in Wörth zurück, erstmals erwähnt 1579 - heute pflegt der Musikverein das reiche musikalische Erbe.

Vorläufer war die frühere Musikkapelle, die 1938 zur Stadtkapelle ernannt worden war. Im August 1945 meldeten der altgediente Kapellmeister Josef Bauer und elf weitere Mitglieder die Kapelle wieder auf dem Rathaus an. Bei großen Konzerten in den Gasthäusern der Schifferstadt boten die Musiker anspruchsvolle Darbietungen. Daneben formierte Bauer eine Tanzkapelle; der aus Oberschlesien vertriebene Josef Palmer baute eine eigene junge Musikergruppe auf.

Diese drei Wörther Kapellen bildeten schon ab April 1948 eine "Musikvereinigung", um sich gegen das Auftreten auswärtiger Musikkapellen zu wehren und schlossen sich am 02.05.1951 einen Vertrag mit der Stadt Wörth (unterschrieben von Vorstand Theodor Bauer). Danach verpflichtete sich die Musikvereinigung, bei der Kundgebung am 1. Mai, bei der Kirchenparade an Fronleichnam und bei städtischen Veranstaltungen zu spielen und jährlich drei Standkonzerte zu geben; die Stadt gibt dafür einen Zuschuß in Höhe von DM 300,-.

Im Jahr 1952 wurde aus der Vereinigung ein eingetragener Verein. Der Verein, hervorgegangen aus der 1938 zur Stadtkapelle ernannten, früheren Musikkapelle Wörth a. Main führt den Namen 1) Musikvereinigung Wörth a. Main e.V.

In der Gründungsversammlung am 26. September 1952 wurde Kurt Erdmann zum Vorsitzenden gewählt, als Stellvertreter fungierte Theodor Bauer (Satzung von 1952). Dem ersten Vorstand gehörten außerdem Schriftführer Robert Klein, Kassierer Johann Becker und Dirigent Josef Palmer an.

Eine wichtige Verstärkung waren die »Wörther Ungarn«, die das Repertoire um Csárdás und andere östliche Weisen erweiterten, sowie mehrere junge Musiker, die der Verein 1953 geworben hatte.

Trachtenkapelle, beachtet und beliebt

von links unten:

1. Reihe:Hans Becker, Hugo Hörst
2. Reihe: Hans Schnall, Julien, Josef Merkler, Vorstand Erdmann, Anton Laval, Erich Ühlein, Oskar Helm, Fritz Kaufer
3. Reihe: Gerhard Zöller, Pakale, Hermann Zobel, Theodor Bauer, Fritz Kaufer
4. Reihe: Johann Ottenthal, Rudi Klein, Günther Ühlein, Sepp Palmer, Hans Kaufer, Andreas Pinker

Die anfangs bunt zusammengewürfelte Wörther Kapelle, wurde bald zu einer beachteten und beliebten Truppe, die bei kirchlichen und weltlichen Anlässen im ganzen Rhein-Main-Gebiet auftrat, ab 1960 als zünftige Trachtenkapelle. Um den Nachwuchs sicherzustellen, engagierte der Verein 1963 den Musiklehrer Frister, der ein Knabenblasorchester aufstellte. Nach zwei Jahren übernahm Josef Palmer eine Gruppe von Jugendlichen, darunter Peter Palmer und Peter Eck, die nun bei den »Großen« mitspielen konnten.

Im Jahr 1972 nahm der Musikverein Wörth eine Schallplatte auf. Ein Jahr später stieß erneut eine Gruppe junger Musikanten zur Kapelle, Andreas Wetzel, Michael Putschko, Günther Neuberger, Jörg Prockner, Uwe Wohlmann,Werner Bauer und Bernd Schnall. Danach stoßen Kuno Holeczek, Jürgen Schaab und Jürgen Rosenberger hinzu.

1982 erhielt der Musikverein im Aschaffenburger Stadttheater die 1956 vom Bundespräsidenten Heinrich Lübke gestiftete Pro-Musika-Plakette für das Musizieren mit Instrumenten. Dies ist die höchste musikalische Auszeichnung, die es in Deutschland gibt. Die Pro-Musika-Plakette wurde vom Finanzsekretär Albert Meyer im Namen der bayerischen Staatsregierung mit dazugehöriger Urkunde, unterschrieben von dem damaligen Bundespräsidenten Karl Cartens, überreicht.

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